Stand Ende August

von | Sep 6, 2015 | Tagebuch | 2 Kommentare

*Alle Fotos auf meiner Webseite wurden von meinen Gästen und mir gemacht

… und es ist immer noch nicht fertig!! ☹ …

Der ein oder andere hatte es schon früh prophezeit und sie sollten Recht behalten. Denn auch heute noch genießen wir alle Vorzüge, die das Leben auf einer Baustelle bietet. …Jeden Tag ab 6.30Uhr nette Menschen auf dem Grundstück, also nie das Gefühl allein oder unbeobachtet zu sein, Lärm in allen Variationen, der liebliche Duft nach Treibstoff des Betonmischers- der die letzten 3 Wochen nur unweit unseres Schlafzimmerfensters platziert  und betrieben wurde- , herrliche Staubduschen, und, und, und …. Marcus bringt sich immer mehr mit ein, um die Fertigstellung voran zu treiben. Jeden Tag ist er Teil der baulichen Veranstaltungen, plant, organisiert, kontrolliert…

Bereits zu Beginn des letzten Monats hatten wir unsere Arbeiter,  offiziell mit selbstgebastelten Karten zum „Abschiedsfest“  am 15.8.2015 eingeladen. Einen Tag später war die inoffizielle Eröffnung unserer Herberge anvisiert. Auch dazu wurde offiziell eingeladen und da das auch der Tag war, an dem Marcus 50 Jahre alt wurde, planten wir ein berauschendes Fest. Unsere Rechnung ging nicht auf! Nicht nur, dass weder an Abschied noch an Eröffnung zu denken war,… Nein, nicht einmal meine Küche war fertig. Wer mich kennt, der weiß, dass es mir besondere Freude bereitet andere mit vielfältigen, kulinarischen Leckerbissen zu verwöhnen. Ich hatte mich riesig darauf gefreut, Gerichte aus der deutschen Küche zu präsentieren und alle zu verköstigen,… und nun das! …

Tapfer stellte ich mich der Herausforderung und „zauberte“ stundenlang in meiner Feldküche auf zwei Gaskochern Essen für ca. 40 Personen. Der Spaß dabei hielt sich in Grenzen, es war einfach nur furchtbar anstrengend!! Trotz alledem war besonders das Fest mit unseren Bauarbeitern ein sehr gelungenes und schönes und ein kleines Trostpflaster für die Blasen an den Händen, welches das überdimensionale Rührgerät verursacht hatte! ☺

Das „Zigeunerleben“, dass wir fast ein Jahr lang führten, die Verzögerungen auf dem Bau, die ersten kleinen Regenschauer, welche  unter anderem umständliche Schutzmaßnahmen der Küchenholzschränke erforderten, die Arbeit in den Bungalows, das Waschen mit dem Waschbrett, das Kochen im Hinterhof, … hinterließen deutlich Spuren, der Akku war fast leer und erste Zweifel machten sich breit.

Aber dieses mentale und körperliche Tief ist überwunden und nun erfreuen wir uns wieder an den Fortschritten…In den letzten zwei Wochen ist einiges passiert. Zwei Bungalows sind vollkommen fertig gestellt, bewohnbar und für unseren Geschmack sehr gemütlich geworden!

Seit dem 28.08. haben wir wieder eine mit Strom betriebene Waschmaschine!  Nicht, dass das Waschbrett jetzt in Rente geht- Nein!-… aber für die große Wäsche und bei akuter körperlicher  Schwäche hilft so ein Luxuswaschgerät schon enorm! ☺

Der „Renner“ des  Monats ist jedoch die Fertigstellung meiner Küche!! Am  29.8. begann der Tischler mit dem Aufbau. Heute, drei Tage später ist sie fast fertig,  voll funktionstüchtig und die erste Marmelade bereits gekocht!! Nun ziehen wir jeden Morgen ins  Social  House und können uns am Abend, wenn es Zeit wird den Arbeitsplatz zu verlassen, nur schwer  von unserem wunderschönen Kochpalast trennen!  Dieser ist ein Traumarbeitsplatz und wir freuen uns auf die Zeit die wir dort verbringen, sowohl als Akteure, als auch bei gemütlichen Zusammenkünften…

Vorgestern Nacht erlebten wir unseren ersten Hurrikan!! Es war nicht unbedingt etwas, das man ein weiteres Mal  erleben muss! Mehr al s vier Stunden wütete „Fred“, brachte Sturm und Regen. Strom- Telefon und Internetnetz brachen zusammen. Fast 20 Stunden waren wir von der Außenwelt abgeschnitten. (Für uns kein Problem, da dieser Zustand noch vor Kurzem Normalität für uns war! ☺) Im Ort wurden Bäume entwurzelt, kleinere alte Häuser drohten einzustürzen, die Passstraße  war aufgrund von Steinschlägen nicht passierbar. Also eine echt aufregende und interessante Geschichte, aber ich hatte  Angst, lag die halbe Nacht wach und beobachtete das Schauspiel mit gehörigem Respekt!  Glücklicherweise blieben wir und  unser Grundstück von nennenswerten Schäden jeglicher Art verschont!

http://www.wetter.net/wetternews/wetter-hurrikan-fred-ueberquert-kapverden-9526.html

Nun sind wir schon mittendrin in der Regenzeit und es ist unvorstellbar, wie die Natur erwacht!! Alle Berge werden grün, dort wo die Bauern Mais sähen sieht man bereits zwei Tage später die ersten Triebe sprießen. Auch ich habe die Gunst der Stunde genutzt um einiges aus der deutschen „Samenbank“ im Boden verschwinden zu lassen. Im nächsten Blog informieren wir euch über eventuelle Erfolge. ☺  Es ist sehr warm und manchmal fällt ein feiner Nieselregen. Wie als Kinder freuen wir uns über einen heftigen Guss, nach einem heißen Tag und genießen es im Regen zu stehen und die dicken Tropfen auf der Haut zu spüren!! Diese Ereignisse sind allerdings Mangelware. Bis jetzt  hatten wir maximal 4 Tage, an welchen es regnete…

Da auch heute noch kein wirkliches Ende der Bauarbeiten absehbar ist, wird sich der geplante Eröffnungstermin voraussichtlich um einen Monat verschieben. Wir informieren euch darüber auf den „Casa no caminho“- Seiten.

Das soll es für heute gewesen sein! Ganz liebe Grüße aus dem heißen Afrika!

Marcus und Diane

Mein Name ist Diane und ich lebe seit über 9 Jahren auf Santo Antão / Kap Verde.

Ich biete achtsam Reisenden einen unverfälschten und respektvollen Einblick in die einzigartige Natur und das Leben der Menschen auf Santo Antão durch individuelle Wanderrouten und authentische Begegnungen die in keinem Reiseführer zu finden sind.
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Ich stehe für achtsames und respektvolles Reisen ein. Mir ist es wichtig, meinen Gästen einen authentischen und unverfälschten Einblick in das Leben auf Santo Antão zu bieten, weit entfernt von den ausgetretenen Pfaden des Massentourismus. Ganz so, wie ich das Leben hier lieben gelernt habe. Ich schätze die schlichte Schönheit der Natur und die tiefe Bedeutung ehrlicher menschlicher Begegnungen. Die Oberflächlichkeit und der Konsumdruck, die oft mit dem Massentourismus einhergehen, sind mir fremd. Stattdessen befürworte ich eine nachhaltige und bewusste Art des Reisens, die die Umwelt und die lokale Kultur würdigt und schützt.